Corona: Homeoffice bei der DAHAG - was Katzen und Gin mit der Anwaltshotline zu tun haben

Wie ein Erziehungslager für Katzen aussieht? Wie man Gin selbst herstellt? Wie man Gemüse zieht? Lernt man bei uns alles im Homeoffice! Doch nach fast acht Wochen vermissen wir die gemeinsamen Kaffeepausen, spontanen Brainstormings, kurz: den Austausch. Dass wir trotzdem gut durch die schwierige Zeit kommen, liegt an der Kreativität der Kollegen, Musik und jeder Menge Kaffee. Das ergab jedenfalls unsere Homeoffice-Umfrage.

Woche Nummer acht im Homeoffice. Allmählich hat sich Routine eingestellt, aber auf die Gewöhnung warten wir vergeblich. Die meisten von uns wünschen sich zurück ins Büro, zurück zu den Kollegen, zu technisch anständig ausgestatteten Arbeitsplätzen und zu den Kaffeemaschinen mit dem guten Kaffee (oder vielmehr der guten Kaffeegesellschaft).

Allmählich fahren wir das Homeoffice wieder zurück. Seit dieser Woche dürfen nach und nach einige von uns ins Büro zurückkehren – freiwillig und nur so viele zur gleichen Zeit, dass mindestens zwei Meter zwischen den einzelnen besetzten Arbeitsplätzen liegen. Alle anderen arbeiten weiter von zu Hause aus. Und wer einer Risikogruppe angehört, darf noch gar nicht wieder ins Büro – auch wenn er sich danach sehnt. „In diesen Fällen ist die Fürsorgepflicht, die wir als Arbeitgeber für euch haben, wichtiger als der persönliche Wunsch, wieder ins Büro zu kommen“, sagte dazu der Vorstand. Bis wir wieder arbeiten wie vor der Krise werden weitere Wochen, vielleicht sogar Monate, ins Land gehen.

Deshalb haben wir intern eine Homeoffice-Umfrage gestartet. Wir wollten wissen, wie es den knapp 80 DAHAGlern geht, die jetzt seit Wochen zu Hause arbeiten – und wie sie sich das Homeoffice gestalten. Mehr als die Hälfte aller Kollegen haben an der Umfrage teilgenommen. Und ihre Antworten sind vielleicht Inspiration für die vielen anderen Menschen im Land, die ihre Arbeit weiter im Homeoffice verrichten.

Für den Anfang ein bisschen Statistik:

  • 68 % aller Befragten arbeiten in der Jogginghose, aber immerhin 25 % tragen normale Kleidung, wie sie es auch im Büro täten (fast 10 % gaben gleichzeitig an, dass sie an vier bis fünf Tagen in der Woche einfach den Pyjama zur Arbeit tragen).
  • 51 % aller DAHAGler haben zu Hause ein Arbeitszimmer, fast 40 % müssen im Wohnzimmer arbeiten, fast 7 % am Küchentisch und 2 % arbeiten einfach im Bett.
  • Der überwiegende Teil von uns ist nach wie vor relativ diszipliniert, was das Essen angeht: 36 % besuchen ihren Kühlschrank nur 3- bis 5mal am Tag, 23 % sogar nur 1- bis 2mal. Allerdings haben fast 23 % auch aufgegeben und zählen schon gar nicht mehr mit.
  • Überraschendstes Ergebnis der Umfrage: Es gibt verblüffend viele DAHAGler, die gar keinen Kaffee trinken (34 %). Von allen anderen finden 36 % den Kaffee im Homeoffice besser als den im Büro. Der Vorsprung ist allerdings gar nicht so groß, denn immerhin 27 % sehen das andersrum und geben dem Bürokaffee die bessere Note. (Die restlichen 2 bis 3 %? Bevorzugen den Kaffee vom Bäcker!)

Die Homeoffice-Super-Tools: So kommen unsere Kollegen am besten durch den Tag

Wir haben unsere Kollegen um Tipps gebeten: Welche Tools oder Methoden helfen, auch im Homeoffice gut über den Tag zu kommen? Die mit Abstand häufigsten Antworten: Musik und Kaffee oder Tee!
Vor allem unsere Kollegen aus der Anwalts- und Fallbetreuung, die quasi den ganzen Tag am Telefon sind, haben dabei sogar einen kleinen Homeoffice-Vorteil gefunden: Weil sie die Telefonie daheim meist übers Handy abwickeln, konnten sie ihren Musikkonsum automatisieren.

„Telefonieren übers Handy mit Headset und dabei Musik laufen lassen – stoppt sofort, wenn ein Anruf kommt und läuft danach einfach weiter.“

Was auch hilft:

  • ein gut organisierter, aufgeräumter Arbeitsplatz
  • funktionierende Technik (VPN!)
  • Yoga in der Mittagspause gegen die Rückenschmerzen vom langen Sitzen
  • Sonne und frische Luft. Einige Kollegen machen dafür einfach nur die Fenster auf, andere gehen regelmäßig auf den Balkon und genießen da bewusst ein paar Minuten Ruhe und einer zieht inzwischen sogar sein eigenes Gemüse und schaut lieber nach, wie weit seine Pflanzen inzwischen gewachsen sind, als ein weiteres Mal zum Kühlschrank zu gehen.

Unsere Top 3 in dieser Kategorie sind allerdings diese Antworten (zur Erinnerung, die Frage lautete: „Womit kommst du im Homeoffice am besten über den Tag / was ist dein Homeoffice-Super-Tool?“):

  1. Brausestäbchen von meinem Sohn, vier verschiedene Sorten, jeden Tag eines
  2. mein Hirn
  3. meine Meerschweinchen

Seltsame Rituale im Homeoffice

Darüber hinaus wollten wir wissen, ob unsere Kollegen im Laufe der Zeit Rituale oder Routinen im Homeoffice entwickelt haben (mal abgesehen von denen, im Pyjama und / oder im Bett zu arbeiten). Die meisten Befragten gaben dabei Dinge an, die vor allem verhindern, dass alle Routinen verloren gehen: Jeden Tag zur selben Zeit (oft sehr früh) mit der Arbeit zu beginnen, den Arbeitsplatz regelmäßig aufzuräumen – ein Kollege reinigt jetzt mehrmals am Tag die Glasplatte seines Schreibtisches – oder das Frühstück mit dem Partner zu zelebrieren. Dabei wurde so mancher Befragte kreativ – und sogar richtig romantisch.

„Ich wünsche meiner Partnerin einen guten Weg ins Büro, dann schiebe ich sie im Bürostuhl an ihren Homeofficeplatz (quasi neben meinem) und wünsche ihr einen angenehmen Tag im Büro. Dann gehe ich an meinen Platz“

Auch Sport in der Mittagspause oder zwischendurch hat sich bei einigen Kollegen inzwischen durchgesetzt.

Aber einige Mitarbeiter haben das mit den Routinen inzwischen auch einfach völlig aufgegeben. So schreibt eine Kollegin in der Umfrage: „Make-up? Seit Wochen nicht benutzt! Frisur? Ich bin froh, wenn ich meine Haare alle paar Tage wasche! Sich jeden Morgen frische Kleidung anziehen? Please… hold my Jogginghose!“

Und dann gibt es da noch die Katzenbesitzer. Der eine schreibt resigniert: „Katze sitzt mit auf dem Tisch und ich lasse sie einfach machen.“ Und die andere nutzt das Homeoffice als Erziehungslager für die Vierbeiner: „Keine Routine für mich, aber für meine Katzen. Bisher hat mich ‚evil cat‘ immer um 6 Uhr geweckt, weil sie Hunger hatte. Da ich ja ins Büro musste, musste ich sie zwangsläufig auch kurz darauf füttern. Das Homeoffice habe ich – zu ihrem Leidwesen – genutzt, um die Fütterungszeit nach hinten zu verschieben. Sie war anfangs ‚not amused‘, hat sich mittlerweile aber ganz gut daran gewöhnt. Jetzt nervt sie mich nur noch jeden zweiten Tag um 6 Uhr.“

Der Rest der Befragten genießt vor allem die Tatsache, seine Routinen und Rituale dank Homeoffice flexibler handhaben zu können: Erst eine oder zwei Stunden arbeiten und dann Frühstück. Oder auch E-Mails lesen beim Zähneputzen, um am Schreibtisch die Zeit zu sparen. Oder auch: „Nicht vor, sondern nach der Arbeit zu duschen und richtige Klamotten anzuziehen.“

Und dann gibt es da noch die neuen Routinen, auf die jeder gut verzichten könnte: Den Rechner schon ewig vor Arbeitsbeginn anzuschalten, um sich für die Anmeldungen in den gefühlt zahllosen Anwendungen vorzubereiten. Sich mehrfach am Tag bei den Kindern für böse Wörter und Flüche entschuldigen zu müssen, weil das eine oder das andere System in die Knie geht, bevor man den „speichern“-Button drücken konnte. Zwanghaft zu kontrollieren, ob der Handyton angeschaltet ist, um keinen dienstlichen Anruf zu verpassen. Zwar lief die Umstellung aufs Homeoffice bei uns viel reibungsloser als wir alle erwartet haben (weil unsere IT ziemlich toll ist), aber die Systeme sind eben nicht dafür entwickelt worden, dass 80 Mitarbeiter remote darauf zugreifen.

Übrigens, von einem neuen Ritual hoffen wir, nach der Homeofficezeit genaueres zu erfahren (oder vielmehr zu probieren): „Ich mache jetzt Gin selbst“, verriet ein Kollege in der Umfrage, nur um dann direkt anzuhängen: „Probiere ihn aber immer erst nach der Arbeit 😉.“

In diesem Sinne: Prost und passt gut auf euch auf!

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