Lohneinbehalt: Infos und Rechtsberatung

Autor:  Redaktion DAHAG Rechtsservices AG.

Der Einbehalt eines Teils oder gar des gesamten Lohnes durch den Arbeitgeber ist in der Regel nicht ohne weiteres möglich.

Hierbei sind zunächst zwei grundlegende Fallkonstellationen voneinander zu unterscheiden, nämlich der Einbehalt wegen unentschuldigten Fehlens des Arbeitnehmers sowie der Aufrechnung des Arbeitgebers mit Gegenforderungen. Rechtlich problematisch sind vor allem die Fälle der Aufrechnung durch den Arbeitgeber, da hierfür einerseits unter Beachtung der betrieblichen Haftungsverteilung überhaupt ein berechtigter Gegenanspruch bestehen muss, und zum anderen die Aufrechnung gem. § 394 BGB nur bis zum jeweiligen Pfändungsfreibetrag zulässig ist.


Anders verhält es sich, wenn der Arbeitnehmer unentschuldigt der Arbeit fern bleibt, in diesem Fall darf der Arbeitgeber den auf die Fehlzeiten entfallenden Lohn einbehalten. Denn der Arbeitgeber ist nicht verpflichtet, den Arbeitnehmer für Stunden zu bezahlen, in denen dieser seine Arbeitskraft nicht zur Verfügung stellt. Eine Besonderheit bilden in diesem Zusammenhang noch jene Fälle, in denen sich der Arbeitnehmer mit der Vorlage der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung in Verzug befindet. Dieses berechtigt den Arbeitgeber zwar bis zur Vorlage der Arbeitsbescheinigung den entsprechenden Lohn einzubehalten, diesen muss er jedoch nachträglich auszahlen, sobald ihm die Krankheit lückenlos nachgewiesen wird.

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