FAQ: Warum auch negative Online-Bewertung gut für Ihr Image sind

Online-Bewertungen spielen eine immer größere Rolle bei der Anwaltssuche. Aber Sie brauchen sowas nicht, denn Ihr guter Ruf eilt Ihnen voraus, oder nicht? Und was, wenn frustrierte Mandant*innen im Internet über Sie herziehen? Was es bei Online-Bewertungen zu beachten gilt und wie Sie diese für Ihr Kanzlei-Marketing nutzen können, erfahren Sie in unserem FAQ.

1. Was nützen mir Bewertungen von Mandant*innen?

Seit einigen Jahren boomt das Angebot von Rechtsberatung im Internet. Viele Mandant*innen fällt es schwer, bei diesem großen Angebot an Anwält*innen einen passenden Anwalt für Ihr Rechtsproblem auszusuchen. Daher orientieren sie sich immer häufiger bei der Anwaltssuche an Online-Bewertungen. Wenn Sie für Ihren guten Service, Erreichbarkeit oder eine ausführliche Beratung eine hohe Bewertung erhalten, können Sie sich von der Masse abheben und dadurch neue Mandant*innen für sich gewinnen. Haben Sie viele gute Noten, Sterne, etc. gesammelt, eignen sich diese auch als Referenz auf Ihrer eigenen Website. Dadurch wird Ihr guter Ruf noch einmal transparent belegt.

2. Wo können Mandant*innen mich bewerten?

Bewertungsportale gibt es viele. Manche sind kostenlos, andere haben verschiedene Abo-Modelle. Beispiele hierfür sind:

Gut zu wissen: In unserem Artikel „Ihre Online-Visitenkarte: Mehr Mandanten durch ein gutes Google My Business Profil“ erfahren Sie, was ein Google My Business Profil ist und was Ihr Profil von der Masse abhebt.

3. Was tun bei schlechten Bewertungen?

Ein Mandant oder eine Mandantin hat Ihnen nur einen Stern gegeben und auch keinen Kommentar dazu hinterlassen? Das ist natürlich ärgerlich. Leider können Sie nur negative Kommentare abmahnen oder löschen lassen, die sachlich nicht gerechtfertigt sind oder Beleidigungen enthalten. Wenden Sie sich hierfür am besten an den Betreiber des Bewertungs-Portals.

In unserem Ratgeber erfahren Sie außerdem, wie Sie gegen ungerechtfertigte Kommentare vorgehen können.

Beispiele für Kommentare, die gelöscht werden könnenBeispiele für Kommentare die NICHT gelöscht werden können
Anwalt XY ist ein steindummer Vollidiot.Ich war ewig in der Warteschleife, bis XY ans Telefon ging.
XY ist ein Halsabschneider, der immer auf der Seite der Arbeitgeber steht.Bei unserem ersten Gesprächstermin machte XY einen sehr ungepflegten Eindruck.

 

Antworten Sie gerne auf Kommentare in Ihren Bewertungen, wenn Sie das Gefühl haben, sich erklären zu wollen. Denken Sie dabei daran: Der Ton macht die Musik. Bleiben Sie also sachlich und höflich. Nehmen Sie sich für eine Antwort lieber eine Minute mehr Zeit oder lassen Sie jemanden Zweites mit einem neutralen Blick die Antwort vorher gegenlesen. Manche Dinge, die für Sie selbstverständlich sind, können für Laien jedoch komplett neu sein. Durch Ihre Antwort wird der Sachverhalt also auch für potenzielle neue Mandant*innen transparenter. Nicht jede Bewertung, die Sie als störend oder ungerechtfertigt empfinden, ist es aber auch für Ihre künftigen Mandant*innen. Versuchen Sie daher nicht, sich für jede Bewertung zu rechtfertigen.

Beispiel: Ein ehemaliger Mandant schreibt über die lange Bearbeitungszeit seines Falls. Antworten Sie darauf und machen Sie so für die Leser*innen der Bewertungen deutlich, dass die lange Bearbeitungszeit am Gericht lag und nicht an Ihnen.

Mögliche Antwort auf die BewertungNegativbeispiel für eine Antwort
Sehr geehrter Mandant,
vielen Dank für Ihre Bewertung.
Ich bedauere sehr, dass Sie diese Erfahrung machen mussten. Ich kann Ihnen aber garantieren, dass die lange Bearbeitungszeit in diesem speziellen Fall am Gericht lag. Ich stehe Ihnen auch in Zukunft gerne wieder zur Seite.
mit freundlichen Grüßen
XY
Dafür kann ich nicht, das lag allein am Gericht

Gut zu wissen: Eine Bewertung, bei der Sie nicht die volle Punktzahl bekommen haben, ist nicht gleich ein Reputationsverlust. Gerade bei Onlineshops ist inzwischen leider ein richtiger Handel mit (illegal) gekauften Bewertungen entstanden. Sind zwischen Ihren Bewertungen nicht nur 5-Sterne, sondern auch 3-Sterne oder 4-Sterne, wirken Ihre Bewertungen also viel authentischer. Gute Bewertungen zu kaufen ist hingegen nicht empfehlenswert.

4. Wie verbessere ich meine Bewertungen?

In erster Linie müssen Sie für eine gute Bewertung selbstverständlich durch Ihre Arbeit überzeugen. Aber Sie können durchaus beeinflussen, wie Bewertungen auf potenzielle Mandant*innen wirken.

Wichtig ist, dass das Umfeld Ihrer Bewertungen seriös erscheint. Falls Sie es noch nicht getan haben, sollten Sie sich daher auf dem Bewertungs-Portal ein Profil anlegen. Aber noch wichtiger ist, dass Sie dieses Profil auch pflegen!

Hier ein paar Tipps für einen gelungenen Auftritt:

  • Laden Sie ein aktuelles Bild von sich hoch. Achten Sie auf eine gute Qualität und ein professionelles Auftreten.
  • Fügen Sie Angaben zu Ihrer Kanzlei hinzu (Öffnungszeiten, Telefonnummer, Email, Website) und halten Sie diese aktuell. Nichts wirkt unseriöser als eine veraltete Telefonnummer.
  • Geben Sie Ihre beruflichen Qualifikationen an, zum Beispiel Ihre Rechtsgebiete, Zusatzqualifikationen oder Sprachkenntnisse.

5. Wie kriege ich Mandanten dazu, mich zu bewerten?

Sie können natürlich niemanden dazu zwingen, Sie zu bewerten. Sprechen Sie Ihre Mandant*innen einfach aktiv darauf an. Ermuntern Sie sie dazu, eine Bewertung abzugeben, wenn sie mit Ihrer Arbeit zufrieden waren. Sie können auch auf Ihrer Kanzlei-Website auf die Bewertungsportale hinweisen, auf denen Sie vertreten sind. Damit können Sie auch (ein Stück weit) mitsteuern, dass Sie auf seriösen Portalen bewertet werden.

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